Zeckenbiss: Wann zum Arzt? Warnsignale, Risiken und richtige Reaktion

Ein Zeckenbiss passiert schneller, als man denkt. Beim Wandern im Urlaub, beim Spaziergang durch hohe Wiesen oder beim Zelten auf dem Campingplatz reicht ein kurzer Kontakt mit Gras oder Gebüsch, und schon hat sich eine Zecke auf der Haut festgesetzt. Die meisten Zeckenstiche verlaufen harmlos und heilen von allein ab. Trotzdem stellt sich nach jedem Zeckenbiss die entscheidende Frage: Wann muss ich zum Arzt? Denn Zecken können beim Stechen gefährliche Erreger übertragen, die zu Krankheiten wie Borreliose oder FSME führen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Symptome nach einem Zeckenstich wirklich besorgniserregend sind, wann ein Arztbesuch notwendig wird und wie Sie sich auf Reisen wirksam vor Zecken schützen.

Inhaltsverzeichnis

Was passiert bei einem Zeckenstich?

Streng genommen ist der Begriff Zeckenbiss nicht ganz korrekt, denn Zecken beißen nicht, sondern stechen. Sie ritzen die Haut mit ihren Mundwerkzeugen an und saugen anschließend Blut. Dabei geben sie über ihren Speichel betäubende Substanzen ab, sodass der Stich in den meisten Fällen völlig unbemerkt bleibt. Eine Zecke kann sich über mehrere Tage festsaugen und dabei auf die Größe einer kleinen Murmel anschwellen. Bevorzugte Stellen sind warme, feuchte Körperbereiche wie die Achseln, die Kniekehlen, der Haaransatz, die Leistengegend und der Bereich hinter den Ohren.

Nach dem Entfernen der Zecke bleibt oft nur eine kleine Rötung zurück, die einer Mückenstich-Reaktion ähnelt. Diese anfängliche Hautreaktion ist völlig normal und klingt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen ab. Sie ist kein Zeichen einer Infektion und kein Grund zur Sorge. Problematisch wird es erst, wenn sich die Rötung vergrößert, neue Symptome hinzukommen oder die Bissstelle nach einigen Tagen nicht abheilt.

Zecke richtig entfernen

Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion. Borrelien, die Erreger der Borreliose, werden in der Regel erst nach 12 bis 24 Stunden übertragen, bei FSME-Viren kann die Übertragung allerdings deutlich schneller erfolgen. Zum Entfernen eignet sich eine feine Pinzette oder eine spezielle Zeckenzange aus der Apotheke. Die Zecke wird dabei so nah wie möglich an der Haut gefasst und mit gleichmäßigem Zug gerade nach oben herausgezogen. Drehen, quetschen oder ruckartige Bewegungen sollten vermieden werden, da sonst Teile der Zecke in der Haut stecken bleiben oder die Zecke ihren Mageninhalt in die Wunde drücken könnte.

Auf keinen Fall sollten Hausmittel wie Öl, Klebstoff, Nagellack oder eine brennende Zigarette zum Einsatz kommen. Diese Methoden stressen die Zecke und führen dazu, dass sie vermehrt Speichel und damit möglicherweise Erreger in die Wunde abgibt. Nach dem Entfernen wird die Stichstelle gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und anschließend desinfiziert. Es ist sinnvoll, das Datum und die Körperstelle des Zeckenstichs zu notieren und die Stelle in den folgenden Wochen zu beobachten.

Was tun, wenn der Kopf der Zecke stecken bleibt?

Es kommt vor, dass beim Entfernen kleine Reste der Mundwerkzeuge in der Haut stecken bleiben. Das ist zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen kein Grund zur Panik. Der Körper stößt diese Fremdkörper in der Regel von selbst ab, ähnlich wie bei einem Splitter. Versuchen Sie nicht, mit einer Nadel in der Haut zu stochern, da das die Wunde unnötig reizt und eine Infektion begünstigen kann. Desinfizieren Sie die Stelle und beobachten Sie sie in den nächsten Tagen. Wenn sich die Haut rund um die Stelle entzündet, deutlich rötet oder anschwillt, sollten Sie die Reste von einem Arzt entfernen lassen. Grundsätzlich gilt: Auch wenn nicht alles perfekt entfernt wurde, ist die Zecke durch das Herausziehen nicht mehr in der Lage, weitere Borrelien oder andere Erreger zu übertragen.

Zeckenbiss: Wann müssen Sie zum Arzt?

Nicht jeder Zeckenstich erfordert einen sofortigen Arztbesuch. Es gibt jedoch klare Warnsignale, bei denen Sie zeitnah einen Arzt aufsuchen sollten. Das wichtigste Alarmsignal ist die sogenannte Wanderröte, medizinisch als Erythema migrans bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine ringförmige Rötung, die sich um die Bissstelle herum ausbreitet und im Zentrum oft blasser wird. Diese Rötung tritt in der Regel 3 bis 30 Tage nach dem Zeckenstich auf und kann einen Durchmesser von über 30 Zentimetern erreichen. Die Wanderröte ist ein zuverlässiges Zeichen für eine Borreliose-Infektion und der Arzt wird in diesem Fall direkt mit einer Antibiotika-Therapie beginnen, ohne erst auf Laborergebnisse zu warten.

Auch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit oder geschwollene Lymphknoten in den Tagen und Wochen nach einem Zeckenstich sollten Sie ernst nehmen. Diese Beschwerden können sowohl auf eine Borreliose als auch auf eine FSME-Infektion hindeuten. Weitere Gründe für einen Arztbesuch sind eine zunehmende Rötung oder Schwellung der Stichstelle, Überwärmung oder Eiterbildung an der Bissstelle, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen sowie Gelenkschmerzen, die sich einige Wochen nach dem Stich entwickeln. Wenn Sie unsicher sind, ob die Rötung an der Stichstelle normal ist oder sich verändert, hilft es, die Bissstelle zu fotografieren und die Entwicklung über mehrere Tage zu vergleichen.

Wanderröte ist nicht immer ein Ring

Die Wanderröte zeigt sich nicht bei allen Betroffenen als klassischer Ring mit hellem Zentrum. Sie kann auch gleichmäßig gerötet erscheinen oder auf dunklerer Haut wie ein Bluterguss aussehen. Entscheidend ist, dass sich eine Rötung nach Tagen noch ausbreitet statt abzuklingen. Rund 70 bis 80 Prozent aller Borreliose-Infektionen gehen mit einer Wanderröte einher, das bedeutet aber auch, dass eine Borreliose in 20 bis 30 Prozent der Fälle ganz ohne sichtbare Hautrötung auftreten kann. Achten Sie deshalb immer auch auf die allgemeinen Symptome.

Borreliose nach Zeckenbiss

Die Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Europa. Sie wird durch Bakterien der Gattung Borrelien ausgelöst und betrifft allein in Deutschland geschätzt 60.000 bis 100.000 Menschen pro Jahr. In ganz Europa gehen Schätzungen von über 200.000 Fällen jährlich aus. Im Frühstadium zeigt sie sich durch die bereits beschriebene Wanderröte und allgemeine Krankheitssymptome. Wird die Infektion frühzeitig erkannt, lässt sie sich mit Antibiotika wie Doxycyclin oder Amoxicillin innerhalb von 10 bis 14 Tagen sehr gut behandeln. Diese Antibiotika töten die Borrelien zuverlässig ab und verhindern, dass sich die Infektion im Körper weiter ausbreitet.

Bleibt eine Borreliose unbehandelt, kann sie im weiteren Verlauf das Nervensystem, die Gelenke und das Herz befallen. Typisch für eine fortgeschrittene Infektion sind starke Gelenkschmerzen, vor allem in den Knien, eine einseitige Gesichtslähmung, Herzrhythmusstörungen und anhaltende Müdigkeit. In seltenen Fällen kann eine sogenannte Neuroborreliose auftreten, bei der die Borrelien das zentrale Nervensystem angreifen und Symptome wie Hirnhautentzündung, Konzentrationsstörungen oder Nervenschmerzen auslösen. Diese Spätfolgen lassen sich durch eine rechtzeitige Behandlung fast immer vermeiden. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es derzeit nicht, weshalb die Vorbeugung durch Zeckenschutz und das schnelle Entfernen einer Zecke besonders wichtig sind.

Behandlung der Borreliose mit Antibiotika

Die Behandlung einer Borreliose erfolgt in der Regel mit Antibiotika und ist im Frühstadium sehr erfolgreich. Das Standardmedikament für Erwachsene ist Doxycyclin, das über 10 bis 21 Tage eingenommen wird. Für Kinder unter acht Jahren und Schwangere wird stattdessen Amoxicillin verschrieben, da Doxycyclin bei ihnen nicht eingesetzt werden sollte. Wenn sich bereits eine Wanderröte zeigt, wird der Arzt sofort mit der Antibiotika-Therapie beginnen und keine Laborergebnisse abwarten, da die Blutuntersuchung auf Borrelien in den ersten Wochen nach der Infektion ohnehin oft noch keine zuverlässigen Ergebnisse liefert. Antikörper gegen Borrelien lassen sich im Blut erst nach etwa zwei bis sechs Wochen nachweisen.

Bei fortgeschrittener Borreliose mit Beteiligung des Nervensystems oder schweren Gelenkbeschwerden kann eine intravenöse Gabe von Antibiotika notwendig werden, etwa mit dem Wirkstoff Ceftriaxon. Die Behandlungsdauer verlängert sich in solchen Fällen auf bis zu 28 Tage. Die allermeisten Menschen erholen sich nach einer abgeschlossenen Antibiotika-Therapie vollständig. Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine längere Behandlungsdauer bessere Ergebnisse bringt. Wer nach einem Zeckenstich Symptome bemerkt, sollte sich möglichst früh behandeln lassen, denn je eher die Therapie beginnt, desto schneller und unkomplizierter verläuft die Heilung.

FSME: Risiko, Symptome und Impfung

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine Viruserkrankung, die von Zecken übertragen wird und das Nervensystem angreifen kann. Im Gegensatz zur Borreliose gibt es gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis keine ursächliche Behandlung mit Antibiotika oder antiviralen Medikamenten, dafür aber eine wirksame Impfung. Die FSME-Viren befinden sich im Speichel der Zecke und können bereits kurz nach dem Stich übertragen werden. Eine Ansteckung ist außerdem durch den Verzehr von nicht pasteurisierter Milch infizierter Tiere möglich, was besonders auf Reisen in ländlichen Gebieten relevant sein kann.

Der Verlauf einer FSME-Infektion ist typischerweise zweiphasig. Zunächst treten nach 7 bis 14 Tagen grippeähnliche Symptome auf, die nach einigen Tagen wieder abklingen. Viele Menschen fühlen sich in dieser Phase bereits wieder gesund und denken nicht mehr an den Zeckenstich. Doch bei einem Teil der Betroffenen folgt eine zweite Phase, in der es zu einer Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns kommen kann. Diese äußert sich durch starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und in schweren Fällen Lähmungserscheinungen. Nicht jede Frühsommer-Meningoenzephalitis verläuft schwer, doch das Risiko bleibender neurologischer Schäden ist real, und bei älteren Menschen ist die Gefahr eines schweren Verlaufs besonders hoch.

FSME-Risikogebiete und Impfung

In Deutschland gelten vor allem Baden-Württemberg und Bayern als FSME-Risikogebiete, doch auch Teile von Hessen, Thüringen, Sachsen und weiteren Bundesländern sind betroffen. Auch in Österreich, der Schweiz, Tschechien, den baltischen Staaten und Skandinavien gibt es Risikogebiete, in denen die Frühsommer-Meningoenzephalitis regelmäßig auftritt. Wer in diese Regionen reist oder dort Urlaub macht, sollte sich rechtzeitig über eine FSME-Impfung informieren. Der vollständige Impfschutz erfordert drei Impfdosen über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Für Reisende, die kurzfristig in ein Risikogebiet aufbrechen, gibt es ein beschleunigtes Impfschema, bei dem die zweite Dosis bereits nach 14 Tagen verabreicht werden kann. Auch wenn der Schutz nach zwei Dosen noch nicht vollständig ist, bietet er bereits eine deutliche Risikoreduktion. Wer sich regelmäßig in FSME-Gebieten aufhält, sollte sich alle drei bis fünf Jahre auffrischen lassen.

Zeckenbiss auf Reisen: Besondere Risiken im Ausland

Zecken sind nicht nur in Deutschland ein Thema. In weiten Teilen Europas, von Skandinavien über das Baltikum bis nach Südosteuropa, kommen Zecken vor, die Borreliose und FSME übertragen können. Wer einen Wanderurlaub in Österreich plant, zum Trekking nach Tschechien aufbricht oder die schwedischen Schären erkundet, sollte an den Zeckenschutz denken. Auch in tropischen Reiseländern gibt es Zecken, die andere Krankheiten wie Rickettsiosen oder Rückfallfieber übertragen können. In manchen Regionen Afrikas und Asiens treten Zeckenstiche besonders häufig auf, wenn Menschen durch hohes Gras, Buschland oder in der Nähe von Weidevieh unterwegs sind.

Für die Reiseapotheke empfiehlt sich ein Zeckenentfernungsset bestehend aus feiner Pinzette oder Zeckenkarte, Desinfektionsmittel und einem insektenabwehrenden Spray mit DEET oder Icaridin. Wer in ein FSME-Risikogebiet reist, sollte idealerweise bereits Wochen vor Reiseantritt mit der Impfserie beginnen. Da es keine Impfung gegen Borreliose gibt, bleibt der Schutz durch Kleidung und Repellentien auf Reisen die wichtigste Maßnahme. Im Zweifelsfall kann eine reisemedizinische Beratung klären, welche Impfungen und Schutzmaßnahmen für das jeweilige Reiseziel sinnvoll sind. Wer auf Reisen von einer Zecke gestochen wird und in den folgenden Tagen und Wochen Symptome wie Fieber, Hautveränderungen oder Gelenkschmerzen bemerkt, sollte sich auch nach der Rückkehr noch ärztlich untersuchen lassen und den Arzt auf den Zeckenstich hinweisen.

Zeckenstich bei Kindern und Risikogruppen

Kinder sind besonders häufig von Zeckenstichen betroffen, da sie gerne in Wiesen, Wäldern und Gebüsch spielen und dabei intensiven Kontakt mit dem Lebensraum der Zecken haben. Bei Kindern sollte nach jedem Aufenthalt in der Natur der gesamte Körper sorgfältig abgesucht werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen der Haaransatz, die Ohren, der Nacken und die Leistengegend. Da Nymphen, also junge Zecken, kaum größer als ein Stecknadelkopf sind, werden sie bei Kindern leicht übersehen. Bei Kindern unter acht Jahren darf im Fall einer Borreliose kein Doxycyclin eingesetzt werden. Stattdessen verschreibt der Arzt Amoxicillin als Antibiotika-Alternative. Wenn bei einem Kind nach einem Zeckenstich Fieber, Abgeschlagenheit oder eine Rötung an der Haut auftreten, sollten die Eltern zeitnah einen Arzt aufsuchen und den Zeckenstich erwähnen.

Auch für ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem stellen Zeckenstiche ein erhöhtes Risiko dar. Bei diesen Risikogruppen können durch Zecken übertragene Krankheiten schwerer verlaufen. Eine FSME-Infektion nimmt bei älteren Menschen häufiger einen komplizierten Verlauf mit Beteiligung des Gehirns. Schwangere sollten nach einem Zeckenstich ebenfalls schnell einen Arzt aufsuchen, da bestimmte Antibiotika in der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden dürfen und die Behandlung entsprechend angepasst werden muss. Für alle Risikogruppen gilt: Lieber einmal zu viel zum Arzt gehen als einmal zu wenig.

Zeckenbiss vorbeugen: So schützen Sie sich

Der beste Schutz vor einem Zeckenstich beginnt mit der richtigen Kleidung. Lange Hosen, die in die Socken gesteckt werden, langärmlige Oberteile und geschlossene Schuhe erschweren es den Zecken, an die Haut zu gelangen. Helle Kleidung hat den Vorteil, dass Zecken darauf leichter zu erkennen sind. Insektenschutzmittel mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin bieten für einige Stunden zusätzlichen Schutz und sollten vor Aufenthalten in Wiesen, Wäldern und Parks auf die Haut aufgetragen werden. Kleidung lässt sich zusätzlich mit Permethrin behandeln, einem Wirkstoff, der Zecken bei Kontakt abtötet und mehrere Wäschen übersteht.

Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der gesamte Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden. Dabei verdienen die bevorzugten Stellen der Zecken besondere Aufmerksamkeit: Achseln, Kniekehlen, Haaransatz, Leiste und der Bereich hinter den Ohren. Bei Kindern ist das Absuchen besonders wichtig, da Zeckenstiche bei ihnen häufig auftreten. Kleidung kann nach dem Ausflug für mindestens zehn Minuten in den Trockner gegeben werden, da Zecken die Hitze nicht überleben. Waschen allein reicht nicht aus, um die Tiere abzutöten. Wer regelmäßig in Risikogebieten unterwegs ist, sollte die FSME-Impfung als dauerhafte Schutzmaßnahme in Betracht ziehen, denn gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis lässt sich so wirksam vorbeugen. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, hier bleibt die Vorbeugung durch Kleidung, Repellentien und das schnelle Entfernen der Zecke der einzige Schutz.

Was passiert beim Arzt nach einem Zeckenstich?

Wenn Sie nach einem Zeckenstich zum Arzt gehen, wird dieser zunächst die Stichstelle untersuchen und Sie nach dem Zeitpunkt des Stichs, der Dauer des Zeckenbefalls und möglichen Symptomen befragen. Falls die Zecke noch nicht vollständig entfernt wurde, kann der Arzt verbliebene Reste aus der Haut entfernen. Bringen Sie die Zecke nach Möglichkeit mit oder zeigen Sie dem Arzt ein Foto, da die Zeckenart bei der Risikoeinschätzung helfen kann.

Liegt eine Wanderröte vor, wird der Arzt in der Regel sofort mit einer Antibiotika-Behandlung beginnen. In diesem Fall sind keine weiteren Tests notwendig, da die Wanderröte als klinischer Beweis für eine Borreliose-Infektion gilt. Fehlt die Wanderröte, aber es bestehen grippeähnliche Beschwerden, kann ein Bluttest auf Borrelien-Antikörper und FSME-Antikörper sinnvoll sein. Dieser Test ist allerdings in den ersten Wochen nach dem Stich oft noch nicht aussagekräftig, da der Körper Zeit braucht, um Antikörper zu bilden. Bei unauffälligem Befund kann eine erneute Blutuntersuchung nach vier bis sechs Wochen angeordnet werden. In vielen Fällen gibt der Arzt Entwarnung und empfiehlt, die Stichstelle weiterhin zu beobachten und bei neuen Symptomen erneut vorstellig zu werden.

Fazit

Ein Zeckenbiss ist in den meisten Fällen kein Grund zur Panik, aber ein Grund zur Aufmerksamkeit. Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich, desinfizieren Sie die Stichstelle und beobachten Sie Ihren Körper in den folgenden Wochen. Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn sich eine Wanderröte zeigt, Fieber oder grippeähnliche Symptome auftreten oder die Bissstelle sich entzündet. Besonders auf Reisen in FSME-Risikogebieten ist die Impfung der beste Schutz gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, während gegen Borreliose keine Impfung existiert und die Vorbeugung durch Kleidung, Repellentien und schnelles Entfernen der Zecke umso wichtiger wird. Wer diese Grundregeln beachtet und bei Warnsignalen nicht zögert, sich untersuchen zu lassen, kann seinen Aufenthalt in der Natur unbeschwert genießen.